Materialaufschlag richtig kalkulieren
Materialaufschlag und Marge werden oft verwechselt. Beide Kennzahlen beschreiben Preisaufschläge, beziehen sich aber auf unterschiedliche Ausgangsgrößen.

Aufschlag und Marge sind nicht dasselbe
Der Materialaufschlag bezieht sich typischerweise auf den Einkaufspreis. Kaufst du Material für 100 Euro ein und verkaufst es für 130 Euro, beträgt der Aufschlag 30 Prozent auf den Einkauf. Die Handelsspanne oder Marge betrachtet dagegen den Unterschied bezogen auf den Verkaufspreis.
Wer beide Begriffe gleichsetzt, kann Angebote falsch bewerten. WerkRechner zeigt deshalb beide Größen getrennt.
Welche Kosten zur Materialbasis gehören können
Der reine Lieferantenpreis ist nicht immer die gesamte Materialkostenbasis. Beschaffung, Fracht, Lagerung, Schwund, Verschnitt, Kleinmaterial, Rückgaben oder Zahlungsbedingungen können wirtschaftlich relevant sein. Welche Positionen du einrechnest, hängt von deinem Betrieb und deiner Kalkulationslogik ab.
Wichtig ist eine konsistente Methode: Wenn bestimmte Beschaffungskosten bereits separat im Angebot stehen, sollten sie nicht ein zweites Mal im Materialaufschlag versteckt werden.
Praxisbeispiel
Einkauf 800 Euro, 10 Prozent Verschnitt und 20 Prozent Aufschlag sind drei unterschiedliche Schritte. Zuerst verändert der Verschnitt die tatsächlich benötigte Materialbasis, danach wirkt der Aufschlag auf diese Basis. Die Umsatzsteuer kommt bei einer Bruttobetrachtung erst anschließend hinzu.
Checkliste für die Praxis
- Einkaufspreis und Zusatzkosten definieren
- Verschnitt getrennt betrachten
- Aufschlag nicht mit Marge verwechseln
- Netto und Brutto auseinanderhalten
- Methode im Betrieb einheitlich anwenden
Direkt weiterarbeiten
Nutze den Ratgeber, um die Annahmen zu verstehen, und trage anschließend deine eigenen Werte in das passende Werkzeug ein. Herstellerangaben, Verträge, Normen und individuelle Fachvorgaben haben Vorrang, wenn sie für dein Projekt gelten.
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